Über Ziegen, Flussfahrttouristen und Gewitter

Nach Annecy haben wir einen Abstecher ins französische Zentralmassiv angedacht. Nicht weil es uns so heíß empfohlen wurde, sondern weil wir uns gedacht haben, da kommen wir sonst nicht hin. Das Boujoulaisgebiet liegt quasi auf dem Weg. Klar, dass unser Weinfreund das fest eingeplant hat 🙂 Also wieder in Richtung Nordwesten mit Ziel Macon. Unterwegs habe ich im Passion France Guide gesehen, dass man bei einem Ziegenbauer übernachten kann und dachte das wäre eine nette Abwechslung zu den Winzern. Nach sehr langem kurven über kleinste Sträßchen sind wir bei brennender Sonne dort angekommen. Die Ziegen waren kurz vor der Fütterung beim Melken und wir hätten uns alles anschauen können und sogar beim Melken helfen dürfen, wenn unsere Kinder nicht beide in diesem Stall panisch reagiert hätten. Hannah wäre mir am liebsten auf den Kopf geklettert um möglichst weit weg von den Tieren zu sein. An eine ruhige Übernachtung dort war nicht zu denken. Also haben den netten, aber nur französisch sprechenden Leuten klar gemacht, dass sich unsere Kinder fürchten, noch ein bißchen Käse gekauft und sind zum nächsten Campingplatz weitergefahren. Dort waren wir beinahe die einzigen Gäste. Kein Wunder, irgendwo im nirgendwo.

Am nächsten Morgen sind wir dann auf ins Boujoulais, allerdings etwas weiter südlich nach Oingt. Einem malerisch in den Weinbergen gelegenen mittelalterlichen Städtchen. Wir haben hier das erste Mal mit Flussfahrtouristen Erfahrungen gemacht. Die werden dann auch mit Bussen angekarrt und sogar der Leierkastenmann wartet mit seiner Darbietung auf ihre Ankunft. War ganz lustig so ein bíßchen hinter die Kulissen schauen zu können. Nach einer Weinprobe in Letra ging es weiter zu einem sehr netten Winzer in Ternand. Dort durften wir toll gelegen neben seinen Reben übernachten. Bei der Anmeldung sind wir mitten in die Verkostung der Flussfahrttouristen geplatzt und waren mit unseren beiden Kleinen ein echtes Highlight. Als der Bus wieder abfuhr hat uns der Winzer die Weine zum echten Preis verkauft. Wer weiß was der echte Preis für Franzosen ist 😉 Kaum waren wir im Wohnmobil ist ein riesiges Gewitter über uns reingebrochen. Nach 20 min war der Spuk vorbei und wir konnten doch noch draussen grillen. Am nächsten Morgen haben wir uns aufgemacht in die Auvergne.

 

 

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